Während die Schalker Senioren irgendwo im Nirgendwo der Tabelle stagnieren, schaffen es die A-Junioren bis ins Halbfinale der Meisterschaft und ins Finale des Westfalenpokals. Was zeichnet die Mannschaft aus, die Norbert Elgert dieses Jahr geformt hat, und wer sind die großen Talente, die wir in Zukunft vielleicht noch auf Schalke sehen werden?

Die Mannschaft

Was mir bei der Schalker Jugend sofort als allererstes ins Auge springt, sind die Bewegungen. Alles wirkt immer extrem gut ausbalanciert. Im Pressing ergeben sich stets völlig flüssig, undangepasst an die genause Spielsituation, neue Staffelungen. Andauernd wechselt man zwischen 4-2-4, 4-4-2, 4-3-3 hin und her, andauernd wird verschoben. Wenn der linke Sechser sich weiter hoch orientiert, wird der Verteidiger automatisch in den Raum nachstoßen und dessen Nebenmann wird auch sofort reagieren, sodass die Schalker teilweise wie eine Art großer Gesamtorganismus wirken – Kollektivintelligenz. Defensiv steht man so prinzipiell sehr gut geordnet, hat eigentlich immer Zugriff, kann sich schnell wieder zusammenziehen und versperrt die strategisch wichtigen Räume. In diesem Aspekt hat mich die Schalker Jugend wirklich extrem beeindruckt, vor allem da dieses extrem kollektive Spiel immer mit wieder enorm aggressiven Läufen einzelner Spieler verbunden wird, die aber von der restlichen Mannschaft gut abgesichert werden.

Auch offensiv gibt es ähnliches zu beobachten. Die Positionierungen im Spielaufbau sind sehr gut und die Jungs stehen auch meistens gut abgesichert. Nicht so richtig überzeugend sind die Bewegungen im Strafraum. Da gibt es keine so klaren Mechanismen und es wird viel individuell geregelt. Das hängt vermutlich auch damit zusammen, dass die Schalker Jugend eine gute Ballzirkulation hat, aber vielleicht kein so extrem gutes Kombinationsspiel. Das ist jetzt eine sprachlich etwas schwammige Unterscheidung – ich will das mal kurz etwas genauer ausführen. Was die Schalker gut machen ist den Gegner durch ruhiges Passspiel hinten rein zu drängen, aber wenn es dann in Strafraumnähe schnell gehen muss, ist das alles nicht mehr ganz so abgestimmt. Da fehlen dann die Läufe (die man in der normalen Ballzirkulation ja gar nicht so sehr braucht) und die Folgebewegungen nach dem man selbst den Pass gespielt hat. In der Ballzirkulation im Mittelfeld bietet man sich da ja einfach für den Rückpass an und versucht sich gut zu positionieren, am Strafraum muss man aber eben durch die gegnerischen Reihen durchbrechen. Da die Mechanismen für die Laufbewegungen bei diesen schnellen Kombinationen scheinbar ein bisschen fehlen, stürmen die Spieler dann häufig einfach etwas planlos nach vorne, oder es gibt etwas merkwürdige Unterzahlangriffe. Allerdings spielte man in der Liga wohl auch meistens eher 4-4-2 mit Krüger neben Wright, da sind dann natürlich die Angriffsmuster ein bisschen anders.

Auch in der Endverteidigung hatte Schalke gewisse Probleme, die Abwehr war vielleicht auch individuell einer der schwächeren Mannschaftsteile. Die Zehnerposition war offensiv auch nicht das Glanzstück der Junioren, was man aber bei allen Offensivkräften hervorheben muss, war ganz eindeutig die Arbeit gegen den Ball. Ansonsten wäre ein so kollektives Spiel ja auch gar nicht möglich. Ich finde es auch relativ logisch, dass Elgert bei seinen Spielern eher die Grundlagen des Zusammenspiels fokussiert, das Mittelfeldspiel, und dafür dann vielleicht das Strafraumspiel auch etwas vernachlässig. Dadurch kommen die Jungs dann formbar, aber auch mit einem richtig guten taktischen Fundament in die erste und zweite Mannschaft.

Insgesamt kann nach so einer Betrachtung eigentlich nur das Fazit folgen, dass Schalke sich sehr glücklich schätzen kann Elgert als Jugendtrainer zu haben. Aber das wusstet ihr vermutlich auch schon vor diesem Artikel. Im Folgenden möchte ich nun das Schlaglicht auf fünf Schalker Jugendspieler werfen, die vielleicht eine ganz gute Chance hätten, sich sogar bei den Senioren durchzusetzen.

Luke Hemmerich 09.02.1998 (19)

Gegen Bayern München spielte Hemmerich als Rechtsverteidiger sonst agiert er aber wohl auch häufig im Mittelfeld. Der Neunzehnjährige hinterläuft und vorderläuft gerne, beides timet er sehr gut und wählt auch kluge Laufwege. Er spielt sinnvolle Pässe, ein kreativer Außenverteidiger à la Marcelo, oder auf niedrigerem Niveau zum Beispiel Park und Plattenhardt, aber die Verbindung seiner Fähigkeiten im Pass- und Bewegungsspiel macht ihn zu einem guten Kombinationsspieler. Defensiv hat er ebenfalls gute Bewegungen, rückt gerne auch mal ins Zentrum ein, ist manchmal etwas übereilt und noch nicht hundertprozentig konzentriert. Besonders gefallen mir an ihm seine sehr druckvollen Dribblings, bei denen er seine physischen Qualitäten einbringt und die er auch mal in der Spieleröffnung einstreut.

Jannik Kübler 25.05.1999 (18)

Der junge Kübler ist erst vor wenigen Tagen 18 geworden, war aber schon die ganze Saison über der Kapitän der Schalker Jugend. Er agiert im defensiven Mittelfeld neben McKennie, zu dem ich gleich noch etwas schreiben werde. Kübler hat keinen so extrem großen Bewegungsradius sondern hält sich meistens zentral auf – die längsten Läufe machte er gegen Bayern eigentlich um McKennie abzusichern. Er glänzt durch seine hohe Aufmerksamkeit und sein Stellungsspiel, offensiv wie defensiv. Kein Antreiber im eigentlichen Sinne, ermöglicht er durch seine gute Zentrumsbesetzung den Fortlauf des Schalker Spiels. Eine Spezialität von ihm sind lange flache Pässe in den Zwischenlinienraum. Ein etwas offensiver denkender Neustätder mit höherer Grundposition. Man könnte auch sagen ein defensiverer Bentaleb ohne Dribbling und mit weniger krassen Steilpässen und Vorstößen, aber mit mehr stabilisierenden und unterstützenden Fähigkeiten.

Weston McKennie 28.08.1998 (18)

Anders als der fast ein Jahr jüngere Kübler wurde sein Nebenmann McKennie nun in den Kader der ersten Mannschaft beordert. McKennie hat wirklich sehr gute physische Voraussetzungen und ist auch technisch stark. Seine offensiven Läufe und sein Passspiel wissen zu gefallen. Defensiv glänzt er mit einer guten Zweikampfführung und seinen raschen Entscheidungen. Was ihm abgeht ist die Ruhe und auch der strategische Durchblick. Immer wieder agiert er überhastet und unbedacht. Das ist zu einem Teil jugendlichem Übermut und fehlender Erfahrung zuzuschreiben, aber ein ordnender Sechser wird er vielleicht eher nicht mehr werden. Bei so einem breiten Fähigkeitenprofil sind aber viele andere Rollen denkbar. Goretzka-Fans dürften sich in seine Spielweise verlieren – falls die Akklimatisierung klappt.

Benjamin Goller 01.01.1999 (18)

Statt Goller hätte ich hier auch über Taitague schreiben können, bei dem man sich auch vorstellen könnte, dass er sich durchsetzt. Doch während Taitague ein quirliger Flügeldribbler ist, wie man schon viele kennt (wenn auch auf hohem Niveau und mit guten Bewegungen), hat Goller ein etwas ungewöhnlicheres Stärkenprofil. Gerne positioniert er sich im Halbraum zwischen Flügel und Zentrum, und versucht von dort Schüsse oder Pässe hinter die Linie. Er dribbelt relativ wenig und macht auch nicht so viele Läufe, also so ein bisschen das Gegenbild des typischen Flügelspielers. Bei seinen Pässen zeigt der Achtzehnjährige aber viel Kreativität und dank seiner guten Schüsse und einer gewissen Kopfballstärke ist er durchaus Torgefährlich. Apropos Kopfballstärke – für einen Flügelspieler ist er ziemlich groß (1,85) und robust, das ermöglicht ihm auch mit seinem Körper Verteidiger abzublocken und Stile eines Stürmers Ablagen zu spielen. Man wird sehen, ob sich in der Bundesliga eine passende Rolle für ihn finden wird.

Haji Wright 27.03.1998 (19)

Kein Jugendspieler wurde glaube ich im Rahmen der Meisterschaft so sehr hervorgehoben wie Haji Wright, auch Uli Hoeneß hat ihn ordentlich gelobt. Meiner Meinung nach verdiente Vorschusslorbeeren. Was mich tatsächlich am meisten an ihm beeindruckt ist sein Defensivspiel. Er bewegt sich beim Anlaufen im Pressing sehr aggressiv und sehr intelligent. Er kann aber auch das Zentrum extrem gut abdecken, wobei er eigentlich fast schon das Spielverständnis eines zentralen Mittelfeldspielers zeigt. Zu dieser Stärke im Kopf kommt auch noch eine sehr gute Physis. Besonders gefallen mir die explosionsartigen Läufe mit denen er nach Überspielen der ersten Pressinglinie immer wieder den ballführenden Gegenspieler von hinten attackiert. Mit diesem Rückwärtspressing erobert Schalke immer wieder besser. Danach ist er dann aber auch im Konter sofort präsent.

Auch offensiv gefällt mir seine Übersicht, er entscheidet sich meiner Einschätzung nach sehr bewusst, ob er der Mannschaft gerade mit einem Lauf auf die letzte Linie zu oder mit geschicktem Anbieten weiterhelfen kann. Auch bei ihm fehlen mir dann in den Kombinationen im Strafraum etwas die Folgebewegungen, doch er hatte genug Kreativität im Passspiel, um zusammen mit Goller die fehlende Präsenz des Schalker Zehners Boujellab auszugleichen (den ich hier nicht runtermachen möchte, der aber nicht die Fähigkeiten hat, einen kreativen Zehner zu spielen). Dass er sowohl mit Kopf als auch Fuß torgefährlich ist, ist den meisten wohl bekannt, dazu kommen aber auch noch seine starken Dribblings, denn trotz gleicher Größe, und noch mehr Robustheit, ist er deutlich wendiger als Goller. Entsprechend dieser Fähigkeitenvielfalt bringt er sich dann eigentlich auch überall im letzten Drittel ein. Selbst wenn er sein Talent nicht voll entfalten würde, sehe ich ihn eigentlich in ein paar Jahren als Stammspieler in der Bundesliga. Nach oben sind ihm, vom Talent her (das mentale lass ich hier mal völlig außen vor) wohl nur wenig Grenzen gesetzt.

Fazit

Viel Fazit hab ich diesmal nicht, außer dass unsere Jugend wirklich die Stärke von Schalke ist und dass es auch noch einen Stürmer namens Florian Krüger gibt, der sich in der Liga wohl sowohl was Vorlagen als auch was Tore betrifft ziemlich hervorgetan hat, aber bei der Meisterschaft nicht gespielt hat und darum hier auch nicht besprochen wurde.


Jakob

Anders als die meisten kam Jakob über die Liebe zur Taktik zum Fußball und nicht umgekehrt. Schalke-Fan wurde er dann erst mit 18. Wieso genau Jakob als Taktik-Begeisterter ausgerechnet Fan des FC Schalke 04 wurde, das kann er auch nicht erklären. Vermutlich waren es die Leidenschaft der Schalker-Fankurve und das 5:2 gegen Inter Mailand. Als S04goesZentrum twittert er über Fußball und Politik. Inzwischens schreibt er manchmal auch für die WAZ über Fußball.

14 Kommentare

DevonMiles · 28. Mai 2017 um 23:56

Super Idee, vielen Dank für den Artikel! Ich bin echt auf die 3 Jungs gespannt.

Chris · 29. Mai 2017 um 08:50

Vielen Dank! Was ist eigentlich Deine/Eure Meinung zur Kritik, Weinzierl hätte es nicht geschafft, neue Talente in die Mannschaft einzubauen?

Flo Kno · 29. Mai 2017 um 11:30

Also ich kann die Kritik nicht so nachvollziehen. Letzte Saison erinnere ich mich an Leroy Sané, der aber schon unter di Matteo debütierte und sich wohl in jedem Schalker Team durchgesetzt hätte. Ansonsten standen im Kader noch Kaan Ayhan, Marvin Friedrich und Felix Platte, die aber allesamt keine Rolle gespielt haben.

Diese Saison hatte Thilo Kehrer seinen Durchbruch mit immerhin 16 Bundesliga-Einsätzen, sogar größtenteils Startelf. Dazuzählen würde ich auch Donis Avdijaj, der ohne Verletzung wohl noch mehr gespielt hätte. Man konnte aber auch so schon sehen, dass er in Zukunft eine Rolle spielen wird. Übrigens fand ich am letzten Spieltag sehr schön, dass Donis nach seinem Tor zum Co-Trainer gerannt ist (war doch der Co-Trainer?). So schlecht scheint die Chemie da nicht zu sein.

Ich denke, wenn man es dauerhaft schafft ein Talent pro Saison hochzubringen dann ist das schon ein exzellenter Schnitt. Und für die Jungs ist es glaube ich besser wenn sie in ein Team mit gestandenen Profis kommen, die haben dann ja letzten Endes die entscheidenste Phase und die größten Schwierigkeiten ihrer Profikarriere noch vor sich.

    Tabula · 29. Mai 2017 um 12:33

    Dazu kommen noch:

    Höjbjerg
    Schöpf

    mit großen Abstrichen:
    Goretzka: 2. richtige Saison, aber natürlich trotzdem schon sehr stark
    Geis: 1. Saison auf Schalke
    Kolasinac: 2. richtige Saison

    Avdijaj wurd recht häufig nicht in den Kader berufen. Laut TM stand er 17/50mal nicht zur Verfügung. Zwischendurch war es auch etwas kurios, da sich Avdijaj per social media fit gemeldet hat, Schalke auf PKs aber meinte, er sein noch verletzt.
    Was soll denn zwischen ihm und dem Co-Trainer vorgefallen sein? Habe davon nichts mitbekommen.

    Eine Veränderung zu den letzten Jahren ist wohl, dass diese Saison die Talente recht wenig mit den Profis trainiert haben und wenn, nur für wenige Tage. Warum, weiß ich auch nicht.

      Flo Kno · 29. Mai 2017 um 14:41

      Avdijajs Jubel:
      https://youtu.be/1UbwYqX6Ozk?t=25s

      Weder wurden Höjbjerg, Geis und Schöpf auf Schalke ausgebildet, noch kamen sie aus der Jugend eines anderen Vereins. Sie waren sehr junge Profis, aber eben Profis. So wie z.B. Bentaleb auch (21 bei Transfer, drei (!) Monate älter als Goretzka).
      Insofern anderes Paar Schuhe.

      Tabula · 30. Mai 2017 um 16:18

      na, das ist alles fließend. meinste alle jungspunde spielen seit ihrem 9. lebensjahr schon hier? bentaleb und embolo sind natürlich aufgrund ihres vorherigen wertes eine ganz andere kategorie. meinetwegen kannst du das auch-mit riesigen abzügen- bei schöpf und den anderen werten. trotzdem sinds junge spieler, die zt ihre erste oder zweite saison gespielt haben.

      was willst du mir mit dem video sagen? ich kenne die szene. meine frage ist :“Was soll denn zwischen ihm und dem Co-Trainer vorgefallen sein? „, weil du „Übrigens fand ich am letzten Spieltag sehr schön, dass Donis nach seinem Tor zum Co-Trainer gerannt ist (war doch der Co-Trainer?). So schlecht scheint die Chemie da nicht zu sein.“ geschrieben hast.

      Flo Kno · 30. Mai 2017 um 17:41

      Nichts soll vorgefallen sein, ich fand nur schön, dass sie sich gemeinsam freuen, ich finde das spricht für ein gutes Verhältnis zwischen denen 🙂

      Bei den jungen Spielern ging es mir nur darum zu sagen, dass ich nicht finde dieses Jahr seien weniger Talente aus der eigenen Jugend ins Profiteam integriert worden. Ich erinnere mich, dass André Breitenreiter sich das am Schluss der letzten Saison noch auf die Fahne geschrieben hat, de Facto kam diese Saison nach meinem Empfinden aber mehr dabei raus. Man muss natürlich sagen, dass Leroy Sané letzte Saison alle anderen überragt hat, deswegen ist nicht so aufgefallen dass die ganzen anderen Perspektivspieler im Kader keine Rolle gespielt haben.

      Übrigens habe ich gerade nochmal geschaut: Bei Transfer im Sommer stand Bentaleb auf Transfermarkt bei 9 Mio. Marktwert. Inzwischen sind es 18. Endlich mal ein Spieler, der nicht zu Schalke kommt um im Wert zu stagnieren.
      Weiß jemand, wann auf Schalke das letzte Mal ein signifikanter Transfergewinn mit einem Spieler erzielt wurde, der nicht aus der eigenen Jugend kam?
      Gut, bis es bei Bentaleb soweit ist muss er sich noch schön weiterentwickeln, immerhin hat er 19 Mio. gekostet.

      Elias · 31. Mai 2017 um 23:36

      Goretzka ist sicher auch ein Spieler, der auf Schalke beim Marktwert nicht stagnierte. Burgstaller auch. Choupo-Montings Wert dürfte auch gestiegen sein.

      Was Transfergewinn betrifft:
      Papadopoulos haben wir 2015 für 6 Millionen verkauft und 2010 für 2 geholt. Noch ein Magath-Transfer xD
      Mit Pukki haben wir 2013 auch noch eine Millionen Gewinn gemacht.

      Fun Fact, dadurch wie billig wir Sam bekommen haben, hätten wir bei einem Verkauf nach Frankfurt damals tatsächlich minimal Gewinn gemacht.

      Flo Kno · 1. Juni 2017 um 14:10

      Hi Elias,

      Goretzka ist echt sowas wie das Vermaechtnis von Horst Heldt, oder? Wenn er eines nahen oder fernen Tages geht wird er wohl der einzige Spieler sein der unter Horst Heldt kam und trotzdem was eingebracht hat. Johannes Geis kann es auch noch schaffen, aber ob man ihn irgendwann fuer deutlich mehr als 10 Mio. verkaufen kann muss man erstmal abwarten.
      Und die Leute regen sich jetzt schon über die Einkaufspolitik von Heidel auf. Krass.

idioteque · 29. Mai 2017 um 11:47

Goller klingt vom Profil her eigentlich, als ob er für Weinzierl-Fußball ziemlich gut geeignet wäre. In Augsburg und zu Beginn auf Schalke hat er bei Möglichkeit auf einen Flügel einen robusten Spieler gestellt, der dann einen verkappten zweiten Stürmer gibt. Das hat auf Schalke ja vor allem nicht funktioniert, weil der und Huntelaar sich gegenseitig die Räume weggenommen haben. Goller klingt dagegen so, als ob er sich besser mit einem Abschlussstürmer ergänzen würde.
Hoffen wir mal, dass aus dem Jungen was wird, auch wenn bis dahin Weinzierl wahrscheinlich gar nicht mehr Trainer ist.

Aber es fällt generell auf, dass Elgert bzw. die gesamte Knappenschmiede immer ziemlich gut darin ist, Spielertypen hervorzubringen, die erst ein paar Jahre später richtig gefragt werden. Draxler als Kreativdribbler, Meyer als Spieler für enge Situationen und vor allem Neuer als mitspielender Torhüter kamen alle aus der Knappenschmiede, bevor der jeweilige Spielertyp in der Bundesliga gefragt war (und Meyer hat das Pech, dass Ballbesitzspiel bei Schalke und auch in der Bundesliga generell immer noch eher stiefmütterlich behandelt wird).

    Elias · 29. Mai 2017 um 14:22

    Das Goller zu Weinzierl gut passen würde, halte ich für einen interessanten Gedanken. Da hast du glaube ich recht.

    Deinem letztem Absatz kann ich sehr zustimmen. Elgert ist glaube ich zwar selber kein enormer Innovator, aber ein extrem aufmerksamer Beobachter des europäischen Fußballs, der kein Problem hat zu adaptieren. Und er ist vielleicht jemand der nicht versucht Spieler in Schablonen zu pressen. Zwar gibt es eine Grundbasis, die defensiv wie offensiv extrem diszipliniert gespielt wird, aber es gibt keine festen Abläufe, in die Spieler dann schablonenartig gepresst wurden. Dadurch fehlt dann im letzten Drittel ein bisschen die Klarheit, aber die Spieler können sich vielleicht auch mehr entsprechend ihrer Fähigkeiten entwickeln.

Beobachter · 1. Juni 2017 um 00:20

Wie sehr ihr eigentlich die Trainerfähigkeiten von Elgert, wäre er auch ein geeigneter Trainer im Seniorenbereich? Oder ist er dafür doch zu sehr auf das Entwickeln von Talenten beschränkt? Meine damit jetzt nicht, dass man Weinzierl vor die Tür setzen soll, das ist eher eine allgemeine Frage.

Capoeira · 2. Juni 2017 um 10:16

Cool mal was über die Junioren zu schreiben.
Ich bin mir nicht sicher, ob es sich in der Mannschaft um Kollektivintellgenz handelt oder um Elgertintelligenz, weil er das Spiel die ganze Zeit über massiv dirigiert.
In der Analyse der Abwehrarbeit bin ich etwas anderer Meinung. Sowohl gegen Wuppertal als auch gegen Bayern war das ziemlich gruselig. Fluidität kann auch in Wackelpudding übergehen.
Wright lebt stark von der Physis. Könnte schwierig werden bei den Großen, da bin ich eher skeptisch.
McKenny ist, wie du ja auch denkst, etwas zu sehr Sololäufer, hat aber meiner Meinung nach die besten Chancen.
Dann gibt es ja auch noch Ademoglu, den ich leider kaum gesehen habe und auch Andere aber das ist ja hier keine
Ich kann übrigens Besuche der Junioren nachdrücklich empfehlen. Fußball wie er sein könnte: kein hysterisches Geschreihe (und wenn nur von Elgert), größte Fairness, oft guter Fußball und man steht einen Meter daneben. Wenn man will bekommt man auch sofort ne Wurst und kann sich mit Assamoah unterhalten.
Das Rückspiel der b Jugend gegen Voralpendingsbums könnte z.B. interessant werden. Auch weil die Generation, im Gegensatz zur a Jugend, u.a. aufgrund der souveränen West-Meisterschaft, als goldene Generation gehandelt wird. Und Beckenbauer spielt ja auch bei uns mit. Was soll da schief gehen?

    Elias · 3. Juni 2017 um 14:45

    Die Endverteidigung ist halt ziemlich schlecht. Rest finde ich aber schon sehr gut. Das ist dann halt insgesamt nicht so gut, weil Endverteidigung sehr relevant ist.

    Ich finde bei Wright persönlich Spielstärke und Technik auch recht gut. Platte scheint sich ja auch zum Bundesliga-Spieler zu mausern und der hatte deutlich weniger Anlagen in dem Bereich.

    Bei McKenny kommt dazu, dass das auf jeden Fall auch ein Spielertyp ist, der gerade so ein bisschen in zu sein scheint.

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