Die Mannschaft ist seit 5 Tagen im Training. Außerdem sind die Gegner Amateure. Also nein, eine ernsthafte Analyse gibt’s hier nicht. Aber wir haben ja jetzt einen Laptoptrainer und vielleicht sind ein paar Richtungsweisende Aspekte sichtbar. Vielleicht. 

Die Grundformation der ersten Halbzeit.

Domenico Tedesco wiederholte immer wieder, dass es ihm zunächst darum gehe die Spieler kennen zu lernen. Ein Testkick an einem schwülen Sommerabend kommt da wie gelegen, besonders da die Mannschaft erst wenige Tage zuvor ins Training eingestiegen ist. Entsprechend wurde gruppentaktisch viel improvisiert. Angriffe kamen meist über die individuelle Klasse. Das zeigte sich besonders darin, dass relativ viel gedribbelt wurde. Ich vermute wir können davon ausgehen, dass sich das noch ändert.

Schalke spielte in einem 3-4-3, die 4er Reihe im Mittelfeld hatte gelegentlich fast etwas Rautenhaftes, weil Geis sehr tief stand und McKennie sich deutlich weiter nach vorne orientierte. Die Flügelspieler schoben insgesamt natürlich sehr hoch. Weston McKennie gefiel mir in dem Spiel ausgesprochen gut. Schöne Übersicht. Auch in der zweiten Halbzeit, in der er nicht mehr ganz so hoch schob wie noch zu Beginn.

Die Grundformation in der zweiten Halbzeit. Sam kam erst in der 60. Spielminute für Konoplyanka.

Darüber hinaus schien der neue Head-Coach spezielle Vorgaben gemacht zu haben, wie es ja für Testspiele durchaus üblich ist. Schalke schien die Erkenschwicker nicht mit Ball die Mittellinie passieren lassen wollen. In der Defensive versuchte Schalke stets aggressiv zu pressen. Also, nicht wirklich aggressiv, sondern halt etwas konzentrierter.

Das Spiel ging immer von Naldo aus recht schnell auf die Flügel. Dort wurde etwas überladen, der jeweilige Außenspieler im Mittelfeld und der Außenstürmer agierten fast ausschließlich im engen Duett. Dazu unterstützten die 6er, besonders McKennie auf rechts, und nicht selten auch der Stürmer. So gab es immer viel Wirbel über außen.

Interessant war, dass der Stürmer dabei sehr beweglich war. Besonders bei Wright fiel auf, dass er sich zum Teil bewusst hinter die Flügelstürmer fallen ließ. Er und DiSanto zeigten auf der Position ins Offensivspiel eingreifen zu wollen.

Fazit

Ich habe das Gefühl, dass mindestens die Hälfte von dem was hier steht, Zufallsprodukt oder Fehlinterpretation ist. Darum lass ich’s jetzt mal mit der Kaffeesatzleserei. Wir werden das ganze aber natürlich weiter verfolgen.

Fun Fact

Die SpVgg Erkenschwick ist übrigens der Lokalrivale des Vereins meiner Neffen. Blau-Weiß Post, olé!


Karsten

Karsten

Karsten ist auf Kohle geboren, in Europas weltschönstem Herten nämlich, der Stadt, die mal die höchste Fördermenge in Europa hatte. Aufgewachsen in einer Familie von Püttologen studierte er an der FH Gelsenkirchen irgendwas mit Computern. Später zog es ihn in die Ferne zu den Wikingern, wo ihm erst bewusst wurde, wie viel Ruhrpott in ihm steckt. Nach hunderten von Herzklabastern, weil der elende Internetstream immer bei blau-weißen Torchancen abbrach, ist er als Doktor Labertasche wieder zurück in der Heimat (mit Dauerkarte in Block 5) und theoretisiert neben der Maloche den König Fußball. Weil aber seine Kumpels schnell davon genervt waren, verlagerte er das Ganze und gründete Halbfeldflanke zum Beginn der Saison 2013/2014.

8 Kommentare

Chris · 9. Juli 2017 um 09:47

„Sam“, like in „Sydney Sam“? Really?

    Karsten

    Karsten · 15. Juli 2017 um 09:14

    Eben jener. Der wird der große Star der Saison… oder so… *hüstel*

Flo Kno · 11. Juli 2017 um 12:24

also das 3-4-3 sieht als Diagramm schonmal sehr schoen aus. Mir gefaellt insbesondere, dass mehr Spieler in der gegnerischen Haelfte stehen als in der eigenen. Das moechte ich naechste Saison gerne regelmaessiger sehen 🙂

    Karsten

    Karsten · 15. Juli 2017 um 09:13

    Vergessen wir mal nicht gegen wen hier gespielt wurde. Das wird gegen andere Teams auch anders aussehen…
    Aber ich schließe mich an und bin gespannt. 🙂

Ben · 11. Juli 2017 um 14:28

Hi Karsten!
Hast du aus der Kameraführung herausbekommen, welche Zonen für Tedesco in seiner Rechnung (ala 3xGegner im Halbfeld=1 Gegentor) so erstrebenswert sind ? Ich konnte aufgrund der Kameraführung nicht ganz das Ziel erkennen…

    Karsten

    Karsten · 15. Juli 2017 um 09:12

    Hi Ben,
    Nee, sowas ist glaube ich schwer zu erahnen. Ich hatte schon den Eindruck, dass Schalke viel dagegen getan hat den Gegner in die eigene Hälfte zu lassen. Mehr ist glaube ich nicht erkennbar, ohne zu wissen was erkannt werden sollte. 😉

Amine Harit · 10. Juli 2017 um 00:54

[…] wird Schalker, das wurde von Trainer Domenico Tedesco am Rande des Testspiels in Erkenschwick bereits bestätigt. Dies ist wohl die große Nachricht dieser Woche. Dennoch wird mein Text […]

Das neue Schalke stellt sich vor. BFC Dynamo – FC Schalke 04, 0:2 | Halbfeld­flanke · 15. August 2017 um 11:39

[…] schon in den Testspielen lief Schalke in einem 3-4-3 auf. Im Unterschied zu den meisten 3er-Ketten der Liga ist dies aber […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.