„Hätte der Hund nicht geschissen, hätt‘ er‘nen Hasen gefangen“, hat meine Oma immer gesagt. Blenden wir für dieses Spiel mal ein paar Dinge aus und gucken warum Schalke in der Defensive so arg ins schlingern geriet und warum es selbst mit dem Toreschießen einfach nicht klappen will.

Die Grundformationen zu Spielbeginn.

Das Spiel

Die Tore von Frankfurt waren eigentlich alles Pimmeltore. Besonders natürlich das 3:0 nach einer Ecke, in der der Ball plötzlich im gewulst von 9 Spielern liegt. Auch die anderen beiden waren dämliche individuelle Fehler in denen Schalke zeigte zu langsam zu sein. Von den Beinen her wie auch vom Kopf. Aber um Tore soll’s hier gar nicht gehen.

Wir wollen das Spiel mal ein bisschen sezieren. Dafür unterteilen wir es in verschiedene Abschnitte und gucken was da jeweils so los war. Jeweils mit direktem Fokus, wie Schalke verteidigt und warum Schalke kein Tor geschossen hat.

Bis zur 26. Spielminute

Schalke fing die Partie vorsichtig an. Zurück gezogen und als Block verteidigend. Obwohl Frankfurt hoch presste, geriet Köndigsblau eigentlich nie in unterzahl. In der eigenen Hälfte. Das hieß dass die Angriffe alle hängen blieben, es gleichzeitig aber fast keinen Spielaufbau gab. Schalker Ballbesitz in der Frankfurter Häfte gab es kaum.

Aber immer mal wieder wurde der Ball durch gesteckt. Und landete im Frankfurter 6er Raum. Tedesco hat vor Spielbeginn zu Protokoll gegeben, dass es da Lücken gäbe. Und es gab sie. Entsprechend fand sich bei Ballgewinn immer ein Schalker 8er in der Nähe von Jonathan de Guzmán und versuchte den Ball nach vorne weiter zu spielen.

Weil aber hinten so viel Personal gebraucht wurde, fehlte es da an Geschwindigkeit. Und so gab es ein paar Halbchancen, meist irgendwelche EinsGegenEins Situationen im Vollsprint oder eben hier und da ein Distanzschuss. Sah nach einem intensiven 0:0 aus.

26. Minute bis zur Halbzeit

Schalke konnte sich in den letzten Minuten ein paar Mal mehr Luft verschaffen, als das noch zu Spielbeginn der Fall war und konnte den Ball auch immer besser behaupten. Frankfurt, das bis hierhin sehr hoch presste, zog seine Schlüsse und sich ein bisschen zurück. Das war auch eine Reaktion darauf, dass Schalke sich im Frankfurter 6er Raum breit machte. Die Eintracht hatte jetzt meist die Doppel-6 gemeinsam vor der Abwehr.

In dieser Phase hatte Schalke zwischendurch 2/3 Ballbesitz, zuvor waren es nur etwa 40%. Also bekam Schalke mehr Platz das eigene Kombinationsspiel aufzuziehen. In dieser Phase sah Schalke recht souverän aus. Konter wurden solide abgefangen, bei gleichzeitig völliger Spielkontrolle.

Aber, und das ist die andere Seite, Schalke konnte diese Spielkontrolle eigentlich nie ins letzte Drittel bringen. Frankfurt drängte den Knappen den Ball auf, dass die nichts damit anzufangen wussten. Entsprechend dauerte es nicht lang und Tedesco stellte um. Ab jetzt spielte Schalke mit Doppel-6 (Bentaleb & Serdar) und dreifach Angriff. Burgstaller zentral, flankiert von Embolo & Uth.

Und weil auch das nur mäßig funktionierte, zog Schalke sich seinerseits jetzt auch weiter zurück. Es ergab sich also ein gewissen hin und her, wobei die Teams meist im gegnerischen 6er Raum stecken blieben. Die Defensive wirkte dabei stabil, der Spielaufbau dagegen hakte etwas und die wenigen Konter wirkten überstürzt, aber nicht chancenlos. Hüben wie drüben.

Die 2. Halbzeit bis zum 1:0

Schalke verteidigte souverän weiter in einer 5-2 Staffellung und versuchte den Sturm jetzt über weite Bälle zu füttern. Tedesco zeigte viel Respekt vor der Wucht, die Frankfurt entwickeln kann. Und so gab es ein paar Situationen in denen sich ein Sturm aufzubrauen drohte, doch Schalke brachte immer einen Fuß dazwischen. Insgesamt gab häufiger ein bisschen Ping Pong im Mittelfeld. Die Partie wirkte etwas zerfahren.

Und dann zerlegte sich Uth, Offensiv-Aktivposten. Dafür kam Konoplyanka, Konterspieler.

Die Grundsätzliche Strategie blieb allerdings. Tief hinten sicher stehen und versuchen vorne über lange Bälle Angriffe einzuleiten. Und manchmal gelang es dem Offensivtrio sogar den Ball irgendwie fest zu machen und in den Strafraum einzudringen. Aber so richtig überzeugend wirkte das nicht.

Und dann war da diese Szene, in der Embolo fast das 0:1 macht, aber eben nur fast, und im direkten Gegenzug Frankfurt dann zum ersten Mal im ganzen Spiel einen Konter gescheit ausspielt. Dabei grätscht Sané vorhersehbar ins leere und nimmt sich so selbst aus der Partie. Dadurch entsteht eine 2 gegen 2 Situation, die Jovic zur Führung nutzt.

Merke: Es gibt nur ganz, ganz wenige Situationen, in denen eine Grätsche eine gute Wahl ist! (Vergl. Neustädter Interview)

Die letzte Halbestunde

Schalke liegt also zurück. Ist ja nichts Neues. Ebenso ist es nicht neu, dass das Mentalitätsmonster Schalke 04 sich von sowas nicht aus der Ruhe bringen lässt. Also, eigentlich.

Ein Spieler der das personifiziert ist sicherlich McKennie. Der wurde für Serdar eingewechselt. Fußballspieler gegen Athlet & Zweikämpfer also. McKennie zieht auch höher jetzt und versucht Angriffe anzukurbeln. Klar, Schalke macht ein bisschen auf.

Plötzlich Unterzahlsituation im Mittelfeld, Kostic schafft so einen Vorsprung zu Caligiuri, der bis hier hin defensiv eigentlich alles fest im Griff hatte, Stambouli muss ins Laufduell und verliert natürlich, die Defensive im Strafraum ist entsprechend etwas unorganisiert und da steht es auch schon 2:0.

Und jetzt begann das Nervenflattern. Die Angst vor einer Blamage war spürbar. Viele Vorsichtspässe, viel Sicherheit. Daraufhin wirkte Frankfurt als hätten sie Blut geleckt, als können sie die Angst riechen. Hohes Mittelfeldpressing, hohe Intensität, hartes Pressing, schnelle Bewegungen, all sowas.

Doch Schalke kombinierte sich hier und da trotzdem noch halbwegs Ansehnlich über’s Feld. Und gelegentlich sprang sogar eine Chance dabei heraus. Zu nutzen wusste sowas allerdings niemand. Und auch die Konter wurden eigentlich nie sauber zuende gespielt.

Auf der anderen Seite fällt eine Ecke in einen Wulst von vielen, vielen Spielern und irgendeiner stochert den Ball rein, 3:0.

Schalkes Ansatz diese Saison

Frankfurt gewinnt völlig zurecht, weil sie ein bockstarkes Pressing aufziehen und in der Offensive so viel Feuer entfachen, dass Schalkes Pressing nur mühsam in Zaum halten konnte.

Das wirklich große Problem ist allerdings, dass es erstmal zu wenige Torschüsse gab und die dann auch noch alle kläglich verschenkt wurden. 5 Torschüsse gab Schalke ab, davon nur 2 mit dem Fuß innerhalb des Strafraums.

Die Entscheidung wann angedribbelt und wann Kombiniert werden muss, funktioniert nicht gut. Das Kombinieren als solches wirkt arg überhastet. Oft wird versucht den Ball diagonal durchzustecken, doch das funktioniert zu selten. Dann wird viel mit langen Bällen in die Spitze operiert. Zu Saisonbeginn wurden die zweiten Bälle fast alle festgemacht, doch das funktioniert auch nur noch so mittel. Schalke spielt Kick & Rush. Und das nicht besonders gut.

Klar kann viel auf Gründe geschoben werden. Die Phrase „letzte Saison hatten wir viel Glück, jetzt eben nicht“ hängt mir persönlich zu den Ohren raus. Die Situation ist viel zu Komplex um einzelne Gründe anführen zu können. Außerdem hilft sowas auch nicht weiter. Wichtiger ist, die Situation zu analysieren, Problemfelder zu benennen und Wege aus der Krise aufzuzeichnen. Das will ich hier mal probieren…

Ein Weg aus der Misere

Tedesco hatte viel vor mit Schalke diese Saison. Zu Beginn der Saison blieben dann aber die Ergebnisse aus und er hat das Spiel runtergebrochen auf Sicherheitsfußball. Details dazu in unserem Podcast. Das Problem ist, dass das jetzt auch nicht so richtig funktioniert. Es gibt Ansätze, aber so richtig in Tritt scheint Schalke nicht zu kommen.

In der aktuellen Situation hast Du jetzt zwei Optionen. Entweder Du vereinfachst den Fußball weiter und stärkst den Sicherheitsfußball, oder aber Du wirst kreativ. Option 1 ist in meinen Augen ausgereizt. Schalke versucht stabil zu stehen und zu kontern. Ersteres funktioniert zwar relativ gut inzwischen, zweiteres aber eigentlich schon seit knapp einem Jahr eher nicht. Warum also nicht kreativ werden?

Tedescos Plan war ein Kombinationsspiel zu entwickeln, da bin ich mir relativ sicher. Dafür wurde Rudy geholt. Klar, weiterhin sehr Vertikal und mit intensivem Pressing, aber eben auch stark im Umgang mit dem Ball. Das Pressing steht jetzt eigentlich ganz gut. Warum mit dem Kombinationsspiel weiter warten? Ein paar Niederlagen wirst Du Dir während der Umstellung schon einfangen, aber die gibt es gerade eh. In der aktuellen Verfassung scheint kein Gegner locker schlagbar. 11 Spiele, 8 Tore, das ist das Hauptproblem. Die Anzahl der Gegentore ist verschmerzbar (zumindest war sie das bis vor diesem Spiel).

Manchmal, wenn Du mit kleinen Schritten nicht weiterkommst, musst Du springen. Dann landest Du vielleicht im Dreck, kannst dann ja aber weiter mit kleinen Schritten in die richtige Richtung bewegen. Manchmal ist vorspulen besser als Zeitlupe. Werder Bremen der letzten Saison kann da durchaus als Vorbild dienen, finde ich.

Dabei traue ich allen handelnden Akteuren inklusive Trainer-Team und Spieler, die nötige Kompetenz dafür durchaus zu. Es fehlt vielleicht nur etwas an Mut.


Karsten

Karsten

Karsten ist auf Kohle geboren, in Europas weltschönstem Herten nämlich, der Stadt, die mal die höchste Fördermenge in Europa hatte. Aufgewachsen in einer Familie von Püttologen studierte er an der FH Gelsenkirchen irgendwas mit Computern. Später zog es ihn in die Ferne zu den Wikingern, wo ihm erst bewusst wurde, wie viel Ruhrpott in ihm steckt. Nach hunderten von Herzklabastern, weil der elende Internetstream immer bei blau-weißen Torchancen abbrach, ist er als Doktor Labertasche wieder zurück in der Heimat (mit Dauerkarte in Block 5) und theoretisiert neben der Maloche den König Fußball. Weil aber seine Kumpels schnell davon genervt waren, verlagerte er das Ganze und gründete Halbfeldflanke zum Beginn der Saison 2013/2014.

12 Kommentare

Lukki · 11. November 2018 um 23:30

Die Analyse ist sehr gut, doch das Problem liegt einfach in der Geschwindigkeit und der individuellen Klasse der einiger Spieler. Ich habe das Gefühl, dass kein Akteur, der gerne Offensiv spielt, sich wirklich nach vorne traut, da man kein Gegentreffer über einen Konter fangen möchte. So passiert aber nichts halbes und nichts ganzes.

Die Besetzung unserer aktuellen Defensivreihen ist mehr als in Ordnung. Erfahrene und einfache Spieler. Der Fokus muss auf die Offensive gelegt werden. Tempo, Tempo und Tempo, sowie unerbittlichles Spiel nach vorne. Nur so gewinnt man Spiele.

Wir müssen endlich anfangen Tore zuschießen, sonst sehe ich eine düstere Zukunft.

Rudy sollte wohl als Zentrale dienen, doch Rudy ist kein Balleroberer und kein Spieler, der wohl so viel Leistung in die Rückwärtsbewegung legen möchte.

Es fehlt an Tempo und Offensivspiel. Ohne Tore gucken wir dem Anstieg ins Auge.

Christian Weisz · 12. November 2018 um 09:39

Ausnahmsweise stimme ich wenig mit Dir überein. Schalke hat nicht vorsichtig angefangen – die ersten 10-15 Minuten waren ja von beiden sehr offen, fast im Schlagabtausch geführt. Erst danach fing der Sicherheitsfußball an. Anders als in den letzten verlorenen Spielen habe ich uns auf Augenhöhe gesehen, auch spielerisch. Frankfurt war einfach den Tick sicherer in den offensiven Abläufen. Allerdings hätte ich anders gewechselt. Ich hatte gestern nicht den Eindruck, dass von der Bank noch mal ein Aha-Erlebnis kommt. Frankfurt war stark und hat Spaß am Fußball. Bei usn geht derzeit viel über Konzentration, Einsatz und Kampf, da haben die letzten Wochen sicher Spuren hinterlassen. Glück auf, Kopf hoch.

    Lukki · 12. November 2018 um 09:55

    Ich gebe dir Recht. Doch meiner Meinung nach, sollte der “aha Effekt” nicht erst nach einer Einwechslung kommen, sondern von Anfang an sollte dieser vorhanden sein.

    Ich bleibe bei meiner Meinung, was nicht heißt, dass ich andere nicht respektiere, aber ohne Tempo und erfrischenden Offensivfußball kommen wir nicht weit. Siehe aktuelle Tabellensituation.

    Schießt der Gegner ein Tor, dann müssen wir zwei Schießen. Schießt der Gegner zwei Tore dann müssen für drei schießen. Leider zeigt sich dort unser harmloses, obwohl schon besser gewordener Offensivspiel.

    Dennoch ist es mir zu einfach, nach jedem Spiel Kleinigkeiten als Ursache für eine Niederlage in den Vordergrund zustellen. Das bringt die Mannschaft nicht weiter. Immerhin sind wir der S04 und nicht die Fortuna, die höchstwahrscheinlich andere Ziele und Ansprüche hat.

      Christian Weisz · 12. November 2018 um 12:30

      @lukki: Meine abweichende Meinung bezog sich v. a. auf Karstens Text, nicht so sehr auf Deine Antwort darauf. Gruß

    Karsten

    Karsten · 12. November 2018 um 19:44

    Unterschiedliche Meinungen sind ja eine gute Sache und es hilft mir definitiv den Kopf wieder etwas höher zu halten. Mich nervt halt wirklich sehr, dass es da nach so langer Zeit immer noch keinen Plan zum Toreschießen gibt…

      Christian Weisz · 13. November 2018 um 14:02

      Das stimmt. Aber neben dem Plan fehlt mir ein wenig der Instinkt, die geile Idee, die “alte Schule” (nicht: “die alten Zeiten”), das Ausprobieren. (Das ist natürlich leicht gesagt, wenn man nicht im Tabellenkeller steht und Angst vor 60.000 Fans hat.)

Lukas · 12. November 2018 um 13:27

Ich stimme stark mit dir überein Karsten.
Die Absicherung ist ausgereizt, gerade auch weil unsere (und das ist für mich einer der kritischsten Punkte, die mMn häufig vergessen werden), Standardstärke der letzten Saison nicht greift.
Das würde nur ein schleichender Tot werden.
Ich bin auch eher für Mut und dem reinen Fokus auf das eigene Spiel.
Vor allem muss mal dieser verdammte erste und zweite Kontakt für die Ablage sauberer werden. Die Läufe in die Tiefe sehen schon bei weitem besser und auch abgestimmter aus, nur bei der Umsetzung gerade durch so einem körperlichen Gegner hat es aus meiner Sicht noch deutlich gehakt. Das war für mich auch der Unterschied zu Gala, die da halt nicht so auf den Füßen standen.
Wenn es dann eine Saison kosten würde, den Ball wirklich schnell flach machen zu können und mit gegebener Vertikalität schnell in die Tiefe zu spielen – dann ists halt so.

Malaoshi · 13. November 2018 um 07:11

Mir gefällt Dein Ansatz, Karsten, mal einen Sprung zu wagen, statt nur (kleine) Schritte zu machen… trotz des Risikos. Wohl wissend, dass wir hier auf einem Taktikblog unterwegs sind, möchte ich noch einen anderen Aspekt beleuchten: Ich war am Sonntag im Stadion und dort fiel mir auf, dass bei vielen unserer Spieler in einigen Situationen das Feuer und die Galligkeit gefehlt hat. Daher könnte es meiner Meinung auch mal Sinn machen, von der Aufstellung her einen Spieler zu bringen, der vielleicht ein paar % weniger Physis oder Fitness hat, aber für die Mentalität der Mannschaft wichtig ist. Konkret: Ich denke, z.B. Naldo als Typ hätte dem Mannschaftsgeist gut getan. Die Körpersprache der Mannschaft wirkte auf mich oft lasch, ein Burgi reicht da nicht. Das hilft in den Zweikämpfen und beim Rennen. Und Tore kann Naldo auch. Also, springen wir mutig nach oben – Glückauf!

    Christian Weisz · 13. November 2018 um 13:58

    Mir fehlte das auch – aber eben nur am Sonntag! Ich glaube, die letzten Wochen waren v. a. mental anstrengend und jetzt ist die Luft raus.

Juergen Theis · 13. November 2018 um 15:39

Da ich letzte Woche mit Christian HEIDEL ein Kabinengespräch hatte, muss ich dich ausdrücklich zu deinem Hinweis über RUDY loben. RUDY und MASCARELL wurden aus genau diesen Gründen geholt, um in dieser Saison den nächsten Schritt zu machen. Insbesondere MASCARELL ist nicht nur ein hervorragender Balleroberer, sondern auch ein ballsicherer Stratege, der ausgezeichnet zu Rudy passen wird. Dazu gehört auch ein sehr schneller und dribbelstarker Spieler wie HARIT, der für Überzahl sorgen kann und dadurch S04 im Spiel nach vorne deutlich besser macht. Auch RUDY mit seiner hervorragenden Technik und Torgefährlichkeit käme in dieser beabsichtigten Konstellation viel besser zur Geltung. Aus verschiedenen Gründen ist die beabsichtigte Spielveränderung von Domenico Tedesco noch nicht durchgesetzt worden. Vielleicht ändert sich ja nach der Länderspielpause in Bezug auf RUDY und MASCARELL die taktische Ausrichtung. Glück Auf

    Karsten

    Karsten · 13. November 2018 um 19:29

    Starker Kommentar, Juergen, vielen Dank dafür! Ich hoffe ihr hattet ein angenehmes und interessantes Gespräch.
    Leute lest mehr Halbfeldflanke! We know our shit! 😉

BastiS04 · 14. November 2018 um 08:10

Auch von mir vorab ein Dankeschön für den tollen Blog und die Gedanken zum Frankfurt-Spiel.

Was mich speziell an diesem Spiel geärgert hat, war die Tatsache dass unsere Mannschaft in Sachen Mentalität und Einstellung schlechter war. Dies war in der letzten Saison nie der Fall, dass muss man ganz eindeutig feststellen. Ein Teil dieser tollen Mentalität in der letzten Saison war unter anderem auch, dass wir nahezu immer unser Tor erzielt haben, auch das ist diese Saison leider nicht mehr der Fall.

Die Gründe lassen sich nicht in abstrakten Begriffen wie “Glück” und “Pech” suchen, sondern sind deutlich komplexer. Einiges wurde auch schon genannt, bspw. der Verzicht auf Naldo (laut Umfrage letzte Saison der beste Bundesligaspieler), die völlig überzogene und freche Berichterstattung über uns (“Schlechtester Zweiter aller Zeiten”), die sich wohl leider als schleichendes Gift in die Köpfer der Spieler und Verantwortlichen geschlichen hat, die nachlassende Mentalität (insbesondere bei Rückständen waren wir letzte Saison extrem stark und haben die Spiele ganz oft noch mindestens ausgeglichen, siehe 4:4, da konnte auch ein extrem unglücklicher Spielverlauf uns nicht aus der Bahn werfen) und aus meiner Sicht auch die Tatsache dass DT diese Saison bei Umstellungen / Änderungen im Spiel nicht so ein gutes Händchen hat wie in der letzten Saison.

Wenn letzte Saison ein Spiel eine falsche Richtung nahm, dann hat DT durch taktische Anweisungen / Änderungen und durch eine gute Ansprache oftmals eine klare Verbesserung im Spiel erzielen können. Das ist dieses Jahr aus meiner Sicht bei weitem nicht so ausgeprägt.

Ich finde übrigens Karstens Ansatz auch genau richtig. Es jetzt nur noch mit Abnutzungsschlacht und Langholz zu versuchen ist in unserer Situation ausgelutscht. Damit kommt man in Leipzig mal zu einem Punktgewinn, was sicherlich auch nicht schlecht war, gegen Frankfurt war es aber definitiv das falsche Mittel. Du kannst Dich nicht jede Woche nur auf die Stützen Mentalität, Wille, Leidenschaft, bedingungsloses Verteidigen stützen. Das wird nicht funktionieren, vor allem nicht gegen einen Gegner der seine Waffen ausschließlich vorne hat. Es hätte mich mal interessiert wie die Eintracht denn so verteidigen kann, aber leider wollten wir das nicht abklopfen…

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