Die Bayern machen die früheste Meisterschaft der Bundesligageschichte klar, doch eigentlich interessiert sich niemand dafür. Warum? It’s Derby Time! Und diesmal wurde es zu einer Pressingschlacht.

Die Grundformationen zu Spielbeginn.

Die Grundformationen zu Spielbeginn.

Alles Gleich

Im Prinzip spielten beide Mannschaft sehr ähnlich. Blau wie Gelb baute sich in einem 4-2-3-1 auf, versuchte das Mittelfeld zu verengen, kompakt zu stehen und früh aggressiv zu pressen. Gleichzeitig zogen sich beide Teams bei Ballverlust schnell um den Ball zusammen (das Gegenpressing), mit dem Ziel den Ball schnell wieder zurück zu gewinnen. Beide versuchten aber auch schnell umzuschalten und fix zum gegnerischen Strafraum zu kommen.

Dadurch fand fast das halbe Spiel im mittleren Spielfelddrittel statt. Und da sah’s zu weiten Teilen ein bisschen wie Pingpong aus. Die einen haben den Ball, werden attackiert und verlieren den Ball, die anderen haben aber nicht wirklich die Luft damit viel anzufangen, versuchen einen Pass zum Mitspieler, der wird jedoch abgefangen, jedoch schon wieder ohne Raum und entsprechend folgt ein Befreiungsschlag. Generell gab es hüben wie drüben eine ganze Menge versuchter Befreiungsschläge. Das Resultat war eine auf beiden Seiten erschreckend geringe Passerfolgsquote (72% zu 62%).

Das Spiel fand großteilig auf Schalkes linker Seite statt. Draxler & Kolasinac gegen Großkreuz & Piszczek. Kolasinac wurde als defensive Schwachstelle identifiziert, weil er zwar sehr engagiert ran geht, aber immer wieder Probleme mit dem Stellungsspiel hat. Gleichzeitig ist Draxler nicht für seine Defensivqualitäten bekannt. Schalke fokussierte sich allerdings auch auf diese Seite, weil beide druckvoll agieren und einen starken Zug zum Tor haben. Auf beiden Seiten begaben sich die 10er und 6er zusätzlich oft mit auf den Flügel um für Überzahlspiel zu sorgen. Doch so richtig souverän wirkte keine dieser Gruppen, weil sie vom Gegner nicht die Luft und Zeit bekamen.

Der kleine Unterschied

So pressten sich beide Seiten eigentlich zu Tode. Und beide verteidigten sehr diszipliniert und verschoben was das Zeug hielt. Und doch konnten sich die Nachbarn aus der Gegend von Lüdenscheid ein relativ deutliches Chancenplus erarbeiten (18 zu 8 Schüsse). Der Unterschied war, dass die schon seit Jahren genauso spielen. Die Borussen waren schlauer was Spielverlagerungen anging, waren stärker im Gegenpressing, ausdauernder und konsequenter im Pressing.

Alles in allem…

… war zu sehen, dass hier die zwei besten deutschen Teams nach den Bayern auf dem Platz standen. Gelb und Blau neutralisierten sich weitestgehend über Pressing und hohe Disziplin in der Verteidigung. Sicherlich hatte die Borussia hier teilweise die Oberhand, doch Schalke hatte Fährmann.


Karsten

Karsten

Karsten ist auf Kohle geboren, in der Stadt mit der ehemals höchsten Fördermenge Europas und in eine Familie von Püttologen. Er hat an der FH Gelsenkirchen irgendwas mit Computern studiert, später kam noch ein Doktor Titel dazu, und ein Master in Psychologie. Beruflich hilft er digitalen Organisationen dabei besser zu werden. Neben der Maloche theoretisiert er seit 2010 den König Fußball und gründete Halbfeldflanke zur Saison 2013/2014.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.