Nachdem sich die ersten beiden Videos klar am Schalker Spiel orientiert haben, wollte ich nun mal etwas anderes probieren. Diesmal spreche ich über Ballbesitz als solches, und warum Geduld bei der Mannschaft, wie auch beim Publikum, eine große Rolle spielt.

Lasst mich wissen, was ihr davon haltet.

Besten Dank und liebe Grüße an den besten Pöbel-Fan ever: Benny! Mehr von ihm gibt’s bei Schlechter Umgang.

Die ersten beiden Videos: Episode 1 und Episode 2

Hier übrigens die Grafik, die ich genutzt habe…

Kategorien: Auswärts

Karsten

Karsten

Karsten ist auf Kohle geboren, in Europas weltschönstem Herten nämlich, der Stadt, die mal die höchste Fördermenge in Europa hatte. Aufgewachsen in einer Familie von Püttologen studierte er an der FH Gelsenkirchen irgendwas mit Computern. Später zog es ihn in die Ferne zu den Wikingern, wo ihm erst bewusst wurde, wie viel Ruhrpott in ihm steckt. Nach hunderten von Herzklabastern, weil der elende Internetstream immer bei blau-weißen Torchancen abbrach, ist er als Doktor Labertasche wieder zurück in der Heimat (mit Dauerkarte in Block 5) und theoretisiert neben der Maloche den König Fußball. Weil aber seine Kumpels schnell davon genervt waren, verlagerte er das Ganze und gründete Halbfeldflanke zum Beginn der Saison 2013/2014.

14 Kommentare

Ingo · 31. März 2018 um 05:57

Genial, Karsten. Ein großartiges Erklärvideo. Zeit, Danke zu sagen für Euren tollen Job, den ihr macht. Frohe Ostern.

Netsmurf · 2. April 2018 um 00:33

Die Aufzählung mit dem kleinen Finger anzufangen hat etwas, das kann nicht jeder.
Kann das sein, das die Beleuchtung während einer Aufzeichnung erst angestellt wird. Mir war da an zwei oder drei Stellen so.
Prima Machwerk!

    Karsten

    Karsten · 2. April 2018 um 11:04

    Ja, das mit dem kleinen Finger ist meine Super Power… 😉

    Die „Beleuchtung“ ist meine Küchenlampe. Das Problem, ist die automatische Helligkeitseinsteullung meiner Kamera. Hinter meiner rechten Schulter ist ein Fenster. Und weil es draußen recht hell war als ich aufgenommen habe, spielten die Einstellungen verrückt, je nachdem wie viel von dem Licht reinkam und wie ich meine rechte Schulter bewegt habe. Ist mir leider erst hinterher aufgefallen. Wird beim nächsten Mal besser. Versprochen.

      Netsmurf · 2. April 2018 um 13:25

      Okay, das erklärt natürlich warum die Beleuchtungsstärke am „pumpen“ war. Ich würde das als kleinen Makel ansehen, wenn man einen professionellen Anspruch hat.
      Ist die Zeche auf dem Bild Consol?

      Karsten

      Karsten · 3. April 2018 um 14:23

      Nein, das ist Zeche Ewald aus Herten. Da komm ich her.

Christoph · 2. April 2018 um 15:49

Hi Karsten, gutes Video!
Ich finde das Schießen von außerhalb nicht so krass sinnlos wie es dargestellt wird. Ein Schuss der nicht drin ist, kann ja trotzdem
– Nachschuss für den Mittelstürmer im Nachsetzen
– Eckball
– abgefälscht werden
– Handelfmeter provozieren (ok auch unwahrscheinlich…)
– Panik in der gegn. Abwehr etc.
bewirken. Und man kommt schnell in Tornähe.

Es gibt allerdings auch Mannschaften wie Chelsea vor einigen Jahren, die so abgebrüht verteidigen, dass sie die Angreifer in ungefährliche Zonen leiten und bewusst ungefährliche Schüsse aufs Tor zulassen.

Viele Grüße, Christoph

    Karsten

    Karsten · 3. April 2018 um 14:31

    Hallo Christoph,
    Selbstverständlich kann mit einem Ball eine ganze Menge passieren, nachdem der Schuss abgegeben wurde. In den meisten Fällen ist er aber eben nicht drin und Ballbesitz weg. Konkret, wenn ich mal Deine Liste abarbeiten darf:
    – Nachschüsse oder Abstauber gibt es kaum noch. In den 70ern Standard, heute ist die Verteidigung so gut, das Bälle schnell geklärt werden.
    – Eckbälle sind ja nichts anderes als eine neue Flanke. Die wollte ich ja gerade nicht eingehen, sondern hab direkt drauf geschossen. Das ist für mich nicht ertragreich.
    – Abgefälschte Tore sind auch Tore und zählen hier also nicht rein.
    – Handelfmeter von einem Weitschuss hab ich noch nie gesehen. Du?
    – Panik in der gegnerischen Abwehr erzeugt der Ball im Strafraum, kein Weitschuss.

    Es geht mir ja hier um die Risikoabwegung. Von je weiter weg ich drauf schieße, desto wahrscheinlicher ist der Ball einfach weg, ohne Ertrag. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber das sind eben Ausnahmen.

      ES · 3. April 2018 um 18:31

      Ein Argument lass ich noch gelten, nämlich dass es in jedem Fall besser ist einen Abschluss zu machen als aus einer anfälligen Position (Mannschaft weit aufgerückt, schlechte Positionierung fürs Gegenpressing) heraus den Ball 25 Meter vor dem gegnerischen Tor zu verlieren und einen gefährlichen Konter zu riskieren. Erst recht, wenn hinter einem irgendeiner zockt und auf den Rückpass lauert.

      Gab es nicht übrigens diese Saison einen Handelfmeter verursacht durch Stambouli, der bei einem Fernschuss angeschossen wurde (ich sag’s nur, möchte keineswegs so dumm sein, die korrekte Statistik durch ein Gegenbeispiel widerlegen zu wollen)?

      Noch zwei Aspekte: 1) Wenn die gegnerische Mannschaft weiß, dass man selbst so schlau ist, nie aus der Ferne aufs Tor zu schießen, wird sich der Torwart und die Endverteidigung darauf einstellen und sich auf das Decken der Spieler und der Räume im Strafraum konzentrieren. Im Zweifelsfall ist dann der Torwart für einen Fernschuss schlecht postiert. Das darf man dann ausnutzen beziehungsweise damit jederzeit drohen, um damit die Abwehr und den Torwart zu Entscheidungen zu zwingen.

      2) Wenn die Zuschauer nervös und ungeduldig werden, sich die Nervosität und Ungeduld langsam auf die Mannschaft auswirkt, kann so ein einigermaßen gelungener Fernschuss ein psychologischer Brustlöser sein. Die Aktion an sich ist falsch, trotzdem klatscht das Publikum, feuert die Mannschaft wieder an, das überträgt sich auf das Team, das wieder Selbstbewusstsein entwickelt für geduldiges Kombinationsspiel.

      Karsten

      Karsten · 4. April 2018 um 10:05

      Oh, schöne Punkte! Wenn Du nie von draußen schießt, stellen sich die Gegner natürlich drauf ein, so wie jeder wusste, dass Pep’s Barcelona nicht flankt und kurze Ecken spielt. Da bin ich bei dir.

      Und mit dem Handspiel nach weitschüssen, muss ich vermutlich etwas zurück rudern. Bei Schüssen rund um die Strafraumkante passiert sowas bestimmt ab und an. Ich hatte hier eher die Schüsse im Kopf, die noch ein ganzes Stück außerhalb abgegeben wurden.

Christian Weisz · 3. April 2018 um 10:03

Top-Video! Ich finde nicht, dass Ballbesitz und Kombinieren zwangsläufig miteinander verbunden sind: Gerade erfolgreiche Kontermannschaften haben ja gerade wenig Besitz, aber eine hohe Kombinationsfähigkeit. In bezug auf unseren gemeinsamen Lieblingsverein stelle ich diese Saison fest, dass es unabhängig von der Balllbesitzhöhe kein (!) flüssiges Passspiel in der Offensive gibt. Ich hoffe, da werden in der Sommerpause neue Trainingsschwerpunkte gesetzt.

    Karsten

    Karsten · 3. April 2018 um 14:33

    Stimmt, guter Punkt. Ich brauche nicht übermäßig viel Ballbesitz um stark zu kombinieren, oder kombinieren zu wollen. Allerdings wird gutes Kombinationsspiel nötiger, je mehr Ballbesitz ich habe. Das wird auch bei besagtem Verein deutlich.

      ES · 4. April 2018 um 08:16

      Ballbesitz errechnet sich dadurch, dass man die Anzahl der Pässe zählt. Nun kann man sich Bälle zuschieben zwischen den Innenverteidigern und damit viel Ballbesitz erzielen ohne irgend eine echte Kombination. Umgekehrt können zwei dribbelstarke Spieler dribbeln und einen Doppelpass spielen, das kann man dann eine Kombinationen nennen bei zwei Ballkontakten. Die selben Spieler können aber auch mit vielen Kontakten miteinander kombinieren, also bei der Kombination Ballbesitz erzeugen.

      Sowohl für Fußball mit Ballbesitz als auch fürs Umschaltspiel sind Kombinationen hilfreich.

Dennis · 10. April 2018 um 14:03

Hallo Karsten! Starkes Video, wie immer! Danke für die Mühe und die anschauliche Erklärung. Gerade von den Grafiken würde ich mir gerne etwas abgucken.
Um Deine Frage zu beantworten: Gerade auf Schalke wünschen sich die Leute nach meinem Eindruck beinahe ein Gleichgewicht zwischen Ballbesitz- und Konter-Ansätzen, vielleicht mit einer leichten Vorliebe für eigenen Ballbesitz. Bei zu viel Ballbesitz für den Gegner wird das Stadion schnell unruhig; ohne die Dynamik von Kontersituationen kommt aber auch keine Begeisterung auf (man denke an die elektrisierende Wirkung eines Émile Mpenza, der mit Höchstgeschwindigkeit einem Pass in die Tiefe hinterher läuft). Mit so vielen und lauten Anhängern, wie Schalke sie hat, muss man nicht nur mit dem Gegner, den Mitspielern, dem Platz und dem Gegner, sondern auch mit der Stimmung der Fans „spielen“. Je nach Erfolg kommt dann eventuell eine Heimstärke oder -schwäche dabei heraus.
Obwohl Eure Analysen die Chancen und Risiken verschiedener taktischer Ideen immer schlüssig und anschaulich erklären, fehlt mir übrigens manchmal ein kurzer Hinweis darauf, was ein Spieler mit besonderen Fähigkeiten daran ändern kann. Ihr hattet zum Beispiel einmal einen sehr interessanten Vergleich zwischen Meyer und Stambouli auf der Sechs, bei dem es – grob gesagt – um Pressingresistenz und Packingrate ging. Im Zusammenhang mit dem Rückpass aus scheinbar aussichtsloser Situation, den Du in diesem Video ansprichst, fällt mir da aus dem aktuellen Kader natürlich Harit mit seiner Dribbelstärke ein, der in so einer Lage eher als andere Spieler eben doch das Risiko sucht und oftmals zumindest einen Freistoß für uns erwirtschaftet, wenn er nicht sogar am Gegner vorbei kommt. Die Einbindung solcher individueller Fähigkeiten in die Abwägung von Chancen und Risiken ist ja auch ein Teil der Taktik. Vielleicht könnt Ihr dazu gelegentlich noch mehr Beispiele einstreuen. Das würde dieses Spiel mit den Wahrscheinlichkeiten noch klarer machen.

Halbfeldflanke im Video, Episode 3: Geduld im Ballbesitz – Ploggo · 17. September 2018 um 13:34

[…] 17. September 2018PloggoHalbfeldflankeNo Comments […]

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